Signalis im Test - Eine Hommage an Resident Evil & Co.!

Signalis im Test - Eine Hommage an Resident Evil & Co.!

Mit Signalis erscheint ein neues Survival-Horror Spiel, welches mich beim Spielen an Klassiker wie Silent Hill und Resident Evil erinnert hat. Optisch erinnert der Anime-Look oft an Serien wie z.B: Neon Genesis Evangelion und thematisch teils an Ghost in the Shell. Ein bunter Mix, der hier bei rose-engine entstanden ist. Kann das Survival-Horror Spiel Signalis im Test überzeugen? Finden wir es heraus!

Wach auf!

Im Spiel beginnt die Geschichte von Elster in einem abgestürzten Raumschiff. Nachdem wir erwachen bemerken wir schnell, dass hier etwas nicht stimmt. Nach und nach erkunden wir die Räume und finden niemanden mehr vor. Das Raumschiff ist verlassen, unsere Partnerin weg. Was ist passiert? Wo sind wir? Nach einiger Sucherei, der ein oder anderen zurückgelassenden Nachricht, finden wir unseren Weg ins Cockpit und sehen, dass wir abgestürzt sind und das Raumschiff nicht mehr flugfähig ist. In der Ferne erkennt man ein Gebäude. Ob man dort unsere Partnerin finden wird?

Nachdem das gesamte Raumschiff, sofern möglich, erkundet wurde, ist es auch Zeit, dieses zu verlassen und sich auf den Weg in das Gebäude zu begeben, wo wir hoffen weiter Spuren zu finden, doch schnell wird klar, dass hier etwas schlimmes vorgefallen ist. Zwar ist das Gebäude nicht verlassen, aber das, was wir hier vorfinden, ist nicht das übliche Personal. Etwas hat sie verändert, sie korrumpiert, sie verunstaltet und am Ende zu diesen Monstern verwandelt, die nicht mehr als eine willenlose Hülle sind, die stumpfsinnig alles niedermetzeln, was sich bewegt. Was zur Hölle ist hier passiert?

Ghost in the Shell und Blade Runner lassen grüßen

In Signalis ist die Welt technologisch soweit fortgeschritten, dass es Replikas gibt. Menschenähnliche Wesen, die technischer Natur sind. Eine Welt, die zumindest anhand der Texte und Plakate, die man findet, teils an Blade Runner und Ghost in the Shell erinnert. In dieser Welt wurde das komplette Sonnensystem von den Menschen kolonialisiert. Aber das haben sie nicht alleine geschafft, denn an ihrer Seite finden sich Replikas. Diese übernehmen viele unterschiedliche Arbeiten und sind entsprechend unterteilt. Replikas findet man in stumpfsinnigen Arbeiten wieder, aber auch als Beamte und natürlich, wie sollte es anders sein, als Sicherheitsmitarbeiter in Form von Protektoren. Sie arbeiten mit den Menschen zusammen, Seite an Seite.

Die Welt in der Elster, die Techniker-Replika, die wir in Signalis spielen, ist einem totalitären System unterlegen. Dieses wird anhand der Plakate im Spiel und der ständigen Überwachung in Form von Kameras nochmal deutlich untermauert. Was der Staat sagt,muss befolgt werden. Wer aus der Reihe tanzt, wird direkt gefoltert und bestraft. Gehorche, nichts anderes ist erlaubt. Wer nicht gehorcht, der lehnt sich gegen das Regime auf und das wird nicht geduldet. Entsprechend verwundert es nicht, dass man so manchen Verhörraum findet, der nicht nur vermuten lässt, wie sie mit Ungehorsam umgehen. Aber natürlich nutzt man auch das totalitäre System hier um spielerisch für Grenzen zu sorgen.

Die Regel der 6!

Privatbesitz ist heilig, prankert auf einem der Plakate und das hat seinen Grund. Denn niemand soll mehr als 6 Gegenstände bei sich tragen. Mehr wäre unerhört. Das im Umkehrschluss bedeutet natürlich, dass wir als Replika auch nur 6 Gegenstände auf einmal bei uns Tragen dürfen. Eine sehr starke Limitierung, die einem hier auferlegt wird. In manchem Fällen auch einfach absurd dumm, aber dazu später mehr. Das limitierte Inventar war gerade bei Resident Evil damals, eines der schlimmsten Feature überhaupt. Gerade wenn man bedenkt, wie viele Gegenstände, Waffen, etc. man finden konnte. Versteht mich nicht falsch, ein Limit ist bei Survival wichtig, aber es gehört schon ein gewisses Geschick dazu die richtige Grenze zu setzen.

In Signalis ist es nicht anders. Überall warten Gegenstände zum Einsammeln auf euch. Egal ob Waffen, Munition, Heilung oder Puzzlegegenstände. Euer Inventar ist schneller voll als ihr gucken könnt und dann heißt es ab zum Lager. Denn wie in vielen Resident Evil Teilen findet ihr in Signalis etliche Räume wo ihr speichern könnt und direkt daneben eine Lagerkiste, wo ihr euren Kram sammeln könnt und ihn aus jeder weiteren Lagerkiste rausnehmen könnt. Natürlich sind die jeweiligen Räume auch entsprechend musikalisch untermalt. Soweit bekannt, soweit so gut.

Backtracking und Rätsel

Das Problem bei der LImitierung ist nun, dass man gerade Puzzlegegenstände schnell in Massen bekommt und diese einlagert. Immerhin weiß man bei seinem ersten Durchlauf nicht, wann man wieder etwas davon brauchen kann und wo. Dazu möchte man nur ungern Heilung und seine Waffe zur Seite legen, die schon mal zwei Slots der sechs verfügbaren belegen. Gerade ein Abschnitt ist besonders nervig mit der Limitierung, da es darum geht Schlüsselkarten zu finden und nicht gerade wenige. Dabei findet so viel Backtracking statt, dass es teils anstrengend wird. Denn bedenkt, dass auf der Station Monster rumlaufen und wie es typisch ist, bleiben diese nicht für immer tot und stehen nach einer gewissen Zeit wieder auf. Munition ist stark limitiert, so dass man auch nicht jeden Kampf immer und immer wieder mitnehmen sollte, wenn man in Bosskämpfen nicht ohne Munition dastehen will. Entsprechend rennt man an ihnen vorbei, umgeht sie so gut es geht, was das Backtracking nochmal langwieriger macht. Bei einem Rätsel wird z.B. eine Ratsche benötigt, den entsprechenden Aufsatz findet man aber nicht direkt in der Nähe, sondern erst einige Zeit später, während das Inventar mit neuen Schlüsselkarten zugemüllt wird, die man erstmal zur Lagerkiste bringen muss. Absurd wird es, wenn man dann alle Schlüsselkarten, die man gefunden hat, zum Rätsel bringen muss, um diese zu nutzen. Überall laufen wieder Gegner rum, da diese erneut zum Leben erwacht sind und vielleicht warten noch neue Überraschungen auf einen? Entsprechend läuft man dann zweimal zum Rätsel, um alle Karten einfügen zu können, weil komplett ohne Waffe will man nicht durch die Räume laufen. Eine Passage, die wirklich nervig war und die Regel der 6 in Frage stellt. Ich verstehe, dass in einem Survival Horror Spiel das Inventarmanagement wichtig sein soll und man genau entscheiden muss, was man mitnimmt und was nicht, aber wenn Rätsel mehrere Gegenstände benötigen, die das Inventar komplett füllen und man nicht mal mehr Platz für Heilung und seine Waffe hat, dann stelle ich die Gameplayentscheidung in diesen Fall in Frage. Zugegeben, dieses Ausmaß passiert nur einmal, aber es ist hängengeblieben, weil es den limitierten Platz des Inventars auf die Spitze treibt.

Ein besonderer Look

Grafisch geht Signalis einen recht eigenen Weg. Wer Pixellook mag, der wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen, sofern man das Geflimmere der ganzen Kanten akzeptieren kann. Denn Signalis kann stellenweise sehr pixelig sein und entsprechend ist das Flimmern stellenweise recht präsent. Jedoch gewöhnt man sich schnell dran. Signalis erinnert mich da oft an das erste Resident Evil Spiel, was auch mega eckig und kantig war. Das hat Signalis hier bewusst übernommen. Den Stil muss man mögen. Davon ab ist Signalis ein sehr atmosphärisches Spiel. Stimmung kommt schnell auf und das bereits auf dem Raumschiff, wenn man die düster beleuchteten Räume durchwandert, stetig erwartend, dass man von Monstern überrannt oder überfallen wird.

Interessant ist auch, dass das Spiel stellenweise seine Perspektive wechselt. Normalerweise steuert ihr Elster in einer isometrischen Sicht, aber von Zeit zu Zeit wandert die Kamera in die First Person Ansicht und das sorgt für eine schöne Abwechslung beim Spielen. Denn gerade bei Rätseln oder bestimmten Sequenzen, fühlt man sich mehr involviert als in der isometrischen Ansicht.

Auch musikalisch ist Signalis wunderbar untermalt. Wie gesagt, sind z.B. die Pauseräume, wo man speichern und sein Lager verwalten kann, mit "entspannender" Musik unterlegt, die einen direkt an Resident Evil erinnern lassen. Gefahrensituationen werden nochmal panischer, wenn einen die Musik vorantreibt. Allgemein einfach ein sehr stimmiges Spiel mit einer sehr guten Atmosphäre, auch wenn der Horror, bedingt durch die isometrische Sicht stets "fern" wirkt. Er passiert nicht uns, sondern dieser Figur, der wir aus der Ferne zuschauen. Bei Spielen wie den neuen Resident Evil Teilen, wo man in der First Person Sicht unterwegs ist oder auch bei Spielen wie Dead Space, wo man zwar in der Third Person Sicht den Horror erlebt, fühlt man sich näher am Geschehen als in Signalis, wodurch der Horror besser übergreifen kann. Jedoch hat auch Signalis seine Momente, die unter die Haut gehen. Es ist also nicht der typische "SCHOCK"-Horror, der einen hier erwartet. Aber das findet ihr am besten selbst heraus.

Nichts für Casuals

Last but not least sollte noch erwähnt sein, dass Signalis euch so ziemlich alleine lässt. Es gibt keine aufwändigen Tutorials oder Wegpunkte, die euch anzeigen was es nun zu tun gibt, wo ihr hin müsst oder was jetzt allgemein Sache ist. Ihr seid auf euch allein gestellt. Müsst Nachrichten lesen, wo es Infos geben kann, die euch weiterhelfen voranzukommen. Bei den Rätseln seid ihr ebenfalls größten Teils auf euch alleine gestellt. Hier und da gibt es mal einen Hinweis, was ihr tun sollt, verpasst ihr diesen, dann ist guter Hirnschmalz gefragt. Abgesehen von einem Rätsel, wo Signalis euch die Lösung direkt vor die Augen hält und man sich diese nur merken muss, was etwas schade ist. Aber davon ab, seid ihr hier wirklich komplett ohne die übliche Hilfe oder Tutorials unterwegs. Ist das schlimm? Absolut nicht, es ist sogar ein Pluspunkt. Es geht hier um Survival, daher nur passend, dass man euch alleine lässt und ihr den Weg selber finden müsst oder daran scheitern werdet. ^^

Signalis ist kein Spiel, was man einfach mal so nebenher spielen kann. Ihr müsst aktiv spielen, lesen, euch Sachen behalten, überlegen was der nächste Schritt ist und wie man vorankommt. Manche Rätsel sind ziemlich klar und direkt lösbar, andere brauchen, wie gesagt, etwas mehr Hirnschmalz aber gerade das ist es, was Signalis hervorhebt. Generell hat jedes Spiel einen Pluspunkt bei mir, was mich nicht ständig an der Hand hält und mich durch das gesamte Spiel hinweg begleitet.

Fazit:

Signalis ist ein atmosphärisch starkes Spiel, was einen für einige Stunden fesselt und so manche Frage in den Raum wirft und einen dabei komplett alleine lässt. Gerade die dystopische Welt mit Menschen und Replikas bleibt weiterhin faszinierend, trotz einem ab und an nervigen Inventarsystem.

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